>>> YOU ARE VIEWING A 200 LINE SAMPLE OF EBOOK# E06415 <<< TITLE: MOISASURS ZAUBERFLUCH AUTHOR: FERDINAND RAIMUND EBOOK: E06415 (O'Briens Book Cellar) LANGUAGE: GERMAN Moisasurs Zauberfluch Ferdinand Raimund Zauberspiel in zwei Aufzuegen Personnen Der Genius der Tugend. Ariel, ein Tugendgeist. Moisasur, Daemon des Uebels. Der Genius der Vergaenglichkeit. Hoanghu, Beherrscher des Diamantenreiches. Alzinde, seine Gemahlin. Mansor. Omar, ein Bote von Hoanghus Heer. Hassan, ein Mohr. Karambuco, ein Krieger. Ossa, sein Weib. Ein Haeuptling von Hoanghus Heer. Gluthahn, ein wohlhabender Bauer. Trautel, sein Weib. Der Amtmann von Alpenmarkt. Der Aktuar. Philipp, Diener des Amtmanns. Rossi, Juwelenhaendler, Besitzer eines Landhauses bei Alpenmarkt. Haenfling, sein Aufseher im Landhause. Ein Schatten im Reiche der Vergaenglichkeit. Dorkalio, ein Schatten Moisasurs. Hans, ein Steinbrecher. Mirzel, sein Weib. Der Traumgott. Ein Kohlenbauer. Ein Kerkermeister. Vier Gerichtsdiener. Vier Schatten Moisasurs. Indisches Volk. Alzindens Hofstaat. Hoanghus Krieger. Schatten im Reiche der Vergaenglichkeit. Traumgestalten. Rossis Dienerschaft. Tugendgeister. Erster Aufzug. Erste Szene. (Indische Landschaft.) (In der Ferne die Hauptstadt des Diamantenreiches, auf einem entfernten Huegel die Ruine des zertruemmerten Tempels Moisasurs. In der Mitte des Theaters ein herrlicher Tempel im indischen Geschmacke, mit der goldenen Aufschrift: Wer sich der Tugend weiht, hat nie des Boesen Macht zu scheuen. Die Statue der Tugend, eine verschleierte weibliche Figur, einen Lilienstengel haltend, sitzt auf einem Piedestal in der Mitte des Tempels. Auf den Saeulen sind Lilien angebracht.) Hassan. Mansor. Omar. Chor. (Das Volk bringt einen Boten von Hoanghus Heer frohlockend auf die Buehne und umringt ihn fragend.) Wackrer Bote, sei willkommen! Strahlt aus deinem Auge Sieg? Ist das Heer zurueckgekommen, Ist geendet unser Krieg? Ja, es spricht dein froher Sinn; Du bringst Heil der Koenigin! Bote. Sieg bring' ich euch, so wahr die Sonn' auf Indien scheint. Gebt mir Palmenwein dafuer. (Er nimmt einem eine Flasche von der Seite.) Der Krieg trinkt Blut, der Friede Sekt. Volk. Erzaehl' uns erst! (Halten ihn ab vom Trinken.) Halt, halt! Bote. Gerettet ist das Reich, von unsern Grenzen ist der Feind vertrieben, geendet ist der heisse Krieg. Volk. Sonne, sei gelobt! (Ales sinkt mit dem Haupt zur Erde, und bleibt einen Augenblick in dieser Stellung.) Bote. Da liegt das Volk, jetzt netz' ich meinen Hals. (Trinkt.) Der Koenig sendet mich voraus, dass ich den Tag der Koenigin berichte, an dem er seinen Einzug haelt. Mohr. Und wenn man fragen darf, wann strahlt uns dieser grosse Tag? Bote. Spion von Ebenholz, was hast du nach dem Tag zu fragen? Nacht hat die Sonn' auf dein Gesicht gebrannt, das heisst; Du sollst im Finstern wandeln. Mohr. Du hassest mich? Mansor. Schweigt. (Zum Boten.) Sogleich wird unsre Koenigin erscheinen, dann stellen wir dich vor. Mit Sehnsucht harret schon Alzind' der Rueckkehr ihres tapferen Gemahls. Bote. Doch was erblick' ich--Moisasurs Tempel eingestuerzt, und die Sonne leuchtet noch? Und wer hat diesen aufgebaut, wozu ist der bestimmt? Mansor. Ein erhabnes Schauspiel wird sich deinem Auge zeigen. Bote. Wird dieser Mohr vielleicht darin gebraten? (Fuer sich.) Das waer' mein liebstes Schauspiel auf der Welt. Mohr. Fuer dich vergift' ich einen Pfeil. Mansor. Laestre nicht! Der Tugend Tempel ist's. Bote. Ja, ihm soll man das Laster opfern. Mansor. Es ist geschehn. Dem boesen Geiste Moisasur wird in unsrem Reich kein Opfer mehr gebracht. Bote. Wehe dann dem Diamantenreich! Schon seit Jahrhunderten hat diesem grimmigen Tiger durch unzaehl'ge Opfer man geschmeichelt; werft ihm Beute vor, wenn ihr nicht wollt, dass euch sein stets geschaeft'ger Zahn zerreisst. Mansor. Die Koenigin, die, seit der Koenig kriegt, das Zepter schwingt im Reich, hat, weil der Krieg, trotz all der reichen Opfer, die man unsern Goettern brachte, sich doch nicht gluecklich wenden wollte, mit den weisen Priestern sich beraten und glaubt, dass die guten Goetter zuernen, weil neben ihnen und der maechtgen Sonne Moisasurs boeser Geist verehret wird. Sie hat Moisasurs Tempel niederreissen lassen. Doch wie's geschah, da rollte fuerchterlicher Donner, die Erde bebte, als haette das Gewicht der umgestuerzten Saeulen das ganze Reich in seinem Mark erschuettert. Bote. Der Loewe bruellt, wenn man ihn ans der Hoehle treibt. Mansor. Doch wie die Erde bebt, fest steht der koenigliche Sinn. Sie laesst dafuer in diesem Tal der Tugend einen Tempel bauen und schreibt auf ihn: Wer sich der Tugend weiht, hat nie des Boesen Macht zu scheuen. Soeben wird er eingeweiht, dort nahet schon die Priesterschar. Mohr. Wenn nur die Tugend uns vor Moisasurs Rache schuetzt! Den ganzen Morgen hat der Himmel sich mit Donnerwolken ueberzogen, die in sich brummen, als ob sie Zaubersprueche murmelten, und der Blitze Feuerzungen lecken an der Kuppel dieses Tempels. Zweite Szene. Feierlicher Marsch. Indische Taenzer schweben voraus, dann die Priester der Sonne. Zierlich gekleidete Maedchen, das Haupt mit weissen Rosen bekraenzt, gruppieren sich um die Stufen des Tempels, die Priester beschaeftigen sich im Innern desselben. Dann erscheint Alzinde und ihr Hofstaat. Sie begibt sich auf einen Seitenthron, neben ihr die Grossen des Reichs. Das Volk verteilt sich um den Tempel und den Thron gegenueber. Vorige. Chor. Singt das Lob der Schoenheitsblume, Die auf Indiens Flur erblueht, Und die zu der Goetter Ruhme Fuer das Heil der Tugend glueht. Sende deinen Strahl, o Sonne! Nieder auf ihr weises Haupt, Weil ihr Herz mit frommer Wonne An der Goetter Allmacht glaubt. Alzinde. Volk meines sieggekroenten Reichs! Ich habe dich versammeln lassen, um einzufallen in den grossen Chor, den das Gefuehl des Dankes anstimmt, weil die Goetter uns erleuchtet, dass wir durch Moisasurs Sturz der Sonne Zorn versoehnt; dass sie von dem Augenblick mit Siegesglueck die Pfeile unsres Heeres nach dem Busen unsrer Feinde wendet. Vielleicht, indem wir hier die Goetter preisen, hat mein Gemahl, der koenigliche Held, den kleinen Rest des muedgekaempften Feindes aus den Grenzen dieses Reichs verjagt. Mansor. So ist es, du erhabne Tochter der gewalt'gen Sonne, die deine Ahnung zur Prophetin weiht, die Wahrheit deines Wortes bestaetigt dieser Bote hier. Bote. Der, grosse Koenigin, mit seinen Knien den Staub an deinem Thron hier kuesst, aus Ehrfurcht teils und teils aus Muedigkeit, weil er im schnellsten Lauf aus des Koenigs Lager eine holde Last dir bringt, eine Nachricht von dem ungeheuersten Gewicht! Friede, dieses goldne Wort, lass in alle Palmen schneiden, dass sie dann mit vollem Rechte Friedenspalmen heissen. Gesiegt hat dein erhabener Gemahl, noch gestern abends ward die letzte Schlacht gewonnen, und in der Nacht der Friede abgeschlossen, durch den ein Teil vom Feindesland noch zu dem deinen faellt. Nur heute ruht das Heer; doch morgen bricht es auf und zieht mit Zimbelklang und Jubelsang im Vaterlande ein. Dies zu berichten ward ich gesendet, mein Auftrag ist erfuellt, der Bote hat geendet. (Steht auf und tritt zurueck.) Alzinde (sinkt auf die Knie). Sonne, sei gelobt! Alle. Heil den Goettern! Heil dem Koenig Hoanghu! Alzinde. O mein Gemahl, warum kann ich an deine Heldenbrust nicht <<< END OF SAMPLE... (THE FULL EBOOK HAS 102942 TOTAL CHARACTERS) >>>