>>> YOU ARE VIEWING A 200 LINE SAMPLE OF EBOOK# E06349 <<< TITLE: DAS GOLDENE VLIESS AUTHOR: FRANZ GRILLPARZER EBOOK: E06349 (O'Briens Book Cellar) LANGUAGE: GERMAN Das goldene Vliess Franz Grillparzer Inhalt: Der Gastfreund Die Argonauten Medea Der Gastfreund Franz Grillparzer Trauerspiel in einem Aufzug Personen: Aietes, Koenig von Kolchis Medea, seine Tochter Gora, Medeens Amme Peritta, eine ihrer Jungfrauen Phryxus Jungfrauen Medeens Griechen in Phryxus' Gefolge Kolcher Kolchis. (Wilde Gegend mit Felsen und Baeumen, im Hintergrunde das Meer. Am Gestade desselben ein Altar, von unbehauenen Steinen zusammengefuegt, auf dem die kolossale Bildsaeule eines nackten, baertigen Mannes steht, der in seiner Rechten eine Keule, um die Schultern ein Widderfell traegt. Links an den Szenen des Mittelgrundes der Eingang eines Hauses mit Stufen und rohen Saeulen. Tagesanbruch.) Medea, Gora, Peritta, Gefolge von Jungfrauen. (Beim Aufziehen des Vorhanges steht Medea im Vorgrunde mit dem Bogen in der Hand in der Stellung einer, die eben den Pfeil abgeschossen. An den Stufen des Altars liegt ein, von einem Pfeile durchbohrtes Reh.) Jungfrauen (die entfernt gestanden, zum Altare hineilend). Das Opfer blutet! Medea (in ihrer vorigen Stellung). Traf's? Eine der Jungfrauen. --Gerad' ins Herz! Medea (indem sie den Bogen abgibt). Das deutet Gutes; lasst uns eilen denn! Geh' eine hin und spreche das Gebet. Gora (zum Altar tretend). Darimba, maechtige Goettin Menschenerhalterin, Menschentoeterin Die den Wein du gibst und des Halmes Frucht Gibst des Weidwerks herzerfreuende Spende Und des Todfeinds Blut: Darimba, reine, magdliche Tochter des Himmels, Hoere mich! Chor. Darimba, maechtige Goettin, Darimba! Darimba! Gora. Sieh ein Reh hab' ich dir getoetet Den Pfeil schnellend vom starken Bogen Dein ist's! Lass dir gefallen sein Blut! Segne das Feld und den beutereichen Wald Gib, dass wir recht tun und siegen in der Schlacht Gib, dass wir lieben den Wohlwollenden Und hassen den, der uns hasst. Mach' uns stark und reich, Darimba, Maechtige Goettin! Chor. Darimba, Darimba! Gora. Das Opfer am Altar zuckt und endet, So moegen deine Feinde enden, Darimba! Deine Feinde und die unsern! Es ist Medea, Aietes' Tochter, Des Herrschers von Kolchis fuerstliches Kind Die empor in deine Wohnungen ruft Hoere mich, hoere mich Und erfuelle was ich bat! Chor (mit Zimbeln und Handpauken zusammen schlagend). Darimba, Darimba! Maechtige Goettin! Eriho! Jehu! Medea. Und somit genug! Das Opfer ist gebracht, Vollendet das zoegernde Geschaeft. Nun Pfeil und Bogen her, die Hunde vor, Dass von des Jagdlaerms hallendem Getos Der gruene Wald ertoene nah und fern! Die Sonne steigt. Hinaus! hinaus! Und die am schnellsten rennt und die am leichtsten springt Sei Koenigin des Tags.-- Du hier Peritta? Sagt' ich dir nicht, Dass du mich meiden sollst und gehn? So geh! Peritta (knieend). Medea! Medea. Kniee nicht! Du sollst nicht knien! Hoerst du? In deine Seele schaem' ich mich. So feig, so zahm!--Mich schmerzt nicht dein Verlust, Mich schmerzt, dass ich dich jetzt verachten muss Und hab' dich einst geliebt! Peritta. O wuesstest du! Medea. Was denn?--Stahlst du dich neulich von der Jagd Und gingst zum Hirten ins Tergener Tal? Tatst du's? Sprich nein! Du Falsche, Undankbare! Versprachst du nicht du wolltest mein sein, mein Und keines Manns? Sag' an, versprachst du's? Peritta. Als ich's gelobte wusst' ich damals-- Medea. Schweig! Was braucht's zu wissen, als dass du's versprachst. Ich bin Aietes' koenigliches Kind Und was ich tu' ist recht weil ich's getan. Und doch, du Falsche! haett' ich dir versprochen Die Hand hier abzuhaun von meinem Arm Ich taet's; fuerwahr ich taet's, weil ich's versprach. Peritta. Es riss mich hin, ich war besinnungslos, Und nicht mit meinem Willen, nein-- Medea. Ei hoert! Sie wollte nicht und tat's!--Geh du sprichst Unsinn. Wie konnt' es denn geschehn Wenn du nicht (wolltest). Was ich tu' das will ich Und was ich will--je nu das tu' ich manchmal (nicht). Geh hin in deines Hirten dumpfe Huette Dort kaure dich in Rauch und schmutz'gen Qualm Und baue Kohl auf einer Spanne Grund. Mein Garten ist die ungemessne Erde Des Himmels blaue Saeulen sind mein Haus Da will ich stehn des Berges freien Lueften Entgegen tragend eine freie Brust Und auf dich niedersehn und dich verachten. Hallo! in Wald! Ihr Maedchen in den Wald! (Indem sie abgeben will koemmt von der andern Seite ein) Kolcher. Kolcher. Du Koenigstochter, hoere! Medea. Was? Wer ruft? Kolcher. Ein Schiff mit Fremden angelangt zur Stund'! Medea. Dem Vater sag' es an. Was kuemmert's mich! Kolcher. Wo weilt er? Medea. Drin im Haus! Kolcher. Ich eile! Medea. Tu's! (Der Bote ab ins Haus.) Medea. Dass diese Fremden uns die Jagdlust stoeren! Ihr Schiff, es ankert wohl in jener Bucht, Die sonst zum Sammelplatz uns dient der Jagd. Allein was tut's! Bringt lange Speere her Und nahet ein Kuehner, zahl' er's mit Blut! Nur Speere her! doch leise, leise, hoert! Denn saeh's der Vater wehren moecht' er es. Kommt!--Dort das Mal von Steinen aufgehaeuft Seht ihr's dort oben? Wer erreicht's zuerst? <<< END OF SAMPLE... (THE FULL EBOOK HAS 252714 TOTAL CHARACTERS) >>>