>>> YOU ARE VIEWING A 200 LINE SAMPLE OF EBOOK# E06312 <<< TITLE: EIN TREUER DIENER SEINES HERRN AUTHOR: FRANZ GRILLPARZER EBOOK: E06312 (O'Briens Book Cellar) LANGUAGE: GERMAN EIN TREUER DIENER SEINES HERRN von FRANZ GRILLPARZER Trauerspiel in fuenf Aufzuegen Personen: Koenig Andreas von Ungarn Gertrude, seine Gemahlin Bela, beider Kind Herzog Otto von Meran, der Koenigin Bruder Bancbanus Erny, seine Frau Graf Simon, Bruder des Bancbanus Graf Peter, Ernys Bruder Der Hauptmann des koeniglichen Schlosses Zwei Edelleute von Herzog Ottos Gefolge Mehrere Hauptleute Ein koeniglicher Kaemmerer Ein Arzt Eine Kammerfrau der Koenigin Ernys Kammerfrau Zwei Diener des Bancbanus Zwei Diener der Koenigin Ein Soldat Erster Aufzug Saal in Bancbanus' Hause. Hohe Bogenfenster, altertuemliches, unscheinbares Geraete schicklich verteilt. Lichter auf dem Tische. Vor Tagesanbruch. Bancbanus im Vorgrunde am Tische stehend. Zwei Diener sind beschaeftigt ihn anzukleiden. Der eine haelt den Kalpak, der andere kniet, die Sporne befestigend. Von der Strasse herauf (toent unter Geschrei, Gelaechter und Haendeklatschen). Bancbanus! Ho, Bancbanus! Bancbanus. Der Sporn da drueckt! Erster Diener. Ach Herr! Bancbanus. Bei toll und unklug! Du ziehst ja fester an! Lass nach! lass nach! Erster Diener. Man weiss kaum, was man tut! Bancbanus. So schlimmer denn! Erster Diener. Der Laerm-- Bancbanus. Was nur? Erster Diener. Dort unten auf der Strasse-- Bancbanus. Was kuemmert dich die Strasse? Sieh du hier! Ein jeder treibe, was ihm selber obliegt, Die andern moegen nur ein Gleiches tun. Gesang (zur Zitherbegleitung auf der Strasse). Alter Mann Der jungen Frau, Ist er klug, Nimmt's nicht genau! Viele Stimmen (unter Laerm und Gelaechter). Bancbanus! Ho Bancbanus! Erster Diener (die Faust vor die Stirn gedrueckt). Dass Gift und Pest! Bancbanus (der mittlerweile den Guertel umgebunden hat). Den Saebel nun! Erster Diener. Ach Herr! Ihr wolltet? Bancbanus. Was? Erster Diener (den Saebel halb ausgezogen). Den Saebel aus der Scheide, Das Tor geoeffnet, wir da hinter Euch, Hineingesprengt ins hoehnende Gelichter, Und--hui!--wo waren sie? Bancbanus. Bist du so kriegrisch? Ich will dir einen Platz im Heere suchen! Hier wohnt der Frieden; ich bin nur sein Mietsmann, Sein Lehensmann, sein Gast. Verhuete Gott, dass er mich laermend finde, Und Miet' und Wohnung mir auf Unzeit kuende! Die Narrenteidung lass, und gib den Saebel. (Er guertet ihn um.) Der Ungar traegt im Frieden auch den Stahl, Zueckt er ihn gleich nicht ohne herbe Wahl; Wie denn der Ehemann den Reifen, den er traegt, Auch in der Fremde nicht vom Finger legt. Der Saebel an der Huefte soll nur kunden, Dass Ungar und Gefahr wie Mann und Frau verbunden. Nu, nu, lass nur und geh! Erster Diener. Ach Herr, mein Herr! Sie werfen Sand und Steine nach dem Fenster! Bancbanus. So mach es auf; die Scheiben kosten Geld; Sind sie geoeffnet, schaden keine Wuerfe. Den Kalpak reiche du, ich muss aufs Schloss. Der Koenig will mit Tagesanbruch fort. Was ist die Glocke? Zweiter Diener. Vier Uhr! Bancbanus. Hohe Zeit. Sieh du nach meiner Frau. Erster Diener (am Fenster). Dort stehen sie! Bancbanus. Lass stehn! lass stehn! Erster Diener. Der Prinz inmitten drin. Bancbanus. Was Prinz? Erster Diener. Ich hab's gesehn! Bancbanus (mit halb gezuecktem Saebel). Gesehen, Schuft? Haett' ich's gesehn mit diesen meinen Augen, Weit eher glaubt' ich, dass ich wachend traeume, Als Uebles von dem Schwager meines Herrn! Geh fort!--Muss ich hier toben wie ein Fant, Scheltwort' ausstossen--und--bei toll und unklug!-- Ein Rat des Koenigs!--Nu, ein feiner Rat! Ei wollt' ich doch, du waerst auf Farkahegy. Zwoelf Steine ueber dir!--Ei, dies und das! Geh sag ich, geh! Ich will nicht weiter sprechen. (Dienerin kommt mit einem Becher.) Was bringst nun du? Dienerin. Den Fruehtrunk, gnaed'ger Herr! Bancbanus. Setz immer hin!--Ist meine Frau schon wach? Dienerin. Ja wohl! Bancbanus. Jawohl?--Warum denn kommt sie nicht? Ja wohl ist zweimal ja; wenn zweimal wach denn, So sollte sie doch mindstens einmal kommen! Ja wohl! Gott segne mir die Redensarten! Ein andermal sprich. Ja! Nun also denn! Warum nur kommt sie nicht? Dienerin. Ich sollte fragen, Ob Ihr erlaubt? Bancbanus. Ich gebe mich gefangen! Die Torheit, merk ich, steckt, wie Fieber, an. Ob ich erlaube, fraegt sie? Guter Gott! Soll ich erlauben, und hab nie verwehrt! (Erny erscheint an der Tuere.) Ei, Erny, gruess dich Gott! Was ficht dich an? Laesst du durch Kaemmrer mich um Einlass bitten? Ich bin ein Feind von Neuerungen, Kind! <<< END OF SAMPLE... (THE FULL EBOOK HAS 129654 TOTAL CHARACTERS) >>>