>>> YOU ARE VIEWING A 200 LINE SAMPLE OF EBOOK# E05855 <<< TITLE: KOMIK UND HUMOR AUTHOR: THEODOR LIPPS EBOOK: E05855 (O'Briens Book Cellar) LANGUAGE: GERMAN KOMIK UND HUMOR EINE PSYCHOLOGISCH-AESTHETISCHE UNTERSUCHUNG VON THEODOR LIPPS Vorwort Vor jetzt zehn Jahren habe ich in den "Philosophischen Monatsheften" eine Reihe von Aufsaetzen ueber die "Psychologie der Komik" zu veroeffentlichen begonnen. Teils eigenes Beduerfnis, teils der Wunsch anderer, hat mich zu einer Umarbeitung und Erweiterung dieser Aufsaetze veranlasst. Daraus ist schliesslich dies Buch geworden. Ich bezeichne den Inhalt desselben als "psychologisch-aesthetische Untersuchung". Dabei koennte das "psychologisch" ueberfluessig erscheinen. Eine aesthetische _Untersuchung_ ist immer psychologisch. Aber ich wollte mit diesem Ausdruck andeuten, dass es mir vor allem ankam auf die psychologische Analyse meines Gegenstandes, auf die breite psychologische Fundamentierung des Problems, auf die Einfuegung desselben in den Zusammenhang mit angrenzenden, verwandten und allgemeineren psychologischen und aesthetischen Problemen. Darueber trat ein anderes Interesse zurueck. Ich habe darauf verzichtet, den Humor oder die kuenstlerische Verwendung des Komischen weiter, als es die Natur der Sache erforderte, in die verschiedenen Kunstgattungen und Kunstrichtungen hinein zu verfolgen, oder gar bestimmte humoristische Kunstwerke im einzelnen zu analysieren. Es genuegte mir, die verschiedenen Moeglichkeiten, die Arten, Daseinsweisen und Stufen der Komik und des Humors allgemein aufgezeigt und in ihrer Wirkung verstaendlich gemacht zu haben. Jene mehr kunst- und litterarhistorische Aufgabe moechte ich gerne anderen, womoeglich solchen, die dazu geschickter sind, ueberlassen. Ich hoffe aber freilich, dass fuer solche Arbeit das in diesem Buche Gebotene als die geeignete Grundlage erscheinen wird. Ich gedenke noch mit besonderem Danke der Anregung, die ich bei Abfassung dieses Buches aus einem die Komik betreffenden Aufsatze _Heymans'_ in der Zeitschrift fuer Psychologie habe schoepfen koennen. _Starnberg_, Mai 1898. Th. L. INHALT. I. ABSCHNITT. THEORIEN DER KOMIK. I. Kapitel. _Theorie des Gefuehlswettstreites_. Heckers Theorie. Komik, Lust und Unlust.--Gefuehl und Gefuehlswettstreit.--Gefuehl der Tragik und der Komik.--Gefuehlskontrast.--Der Wechsel der Gefuehle.--Schadenfreude und gesteigertes Selbstgefuehl. II. Kapitel. _Die Komik und das Gefuehl der Ueberlegenheit_. Hobbes' und Groos' Theorie.--Gefuehl und Grund des Gefuehls.--Allerlei aesthetische Theorien.--Die Komik des Objektes und meine Ueberlegenheit.--Ueberlegenheit und "Erleuchtung".--Das Wesen der "Ueberlegenheit".--Zieglers Theorie. III. Kapitel. _Komik und Vorstellungskontrast_. Kraepelins "intellektueller Kontrast".--Wundts Theorie.--Verwandte Theorien. II. ABSCHNITT. DIE GATTUNGEN DES KOMISCHEN. IV. Kapitel. _Die objektive Komik_. Kontrast des Grossen und des Kleinen.--Nachahmung und Karikatur.--Situationskomik.--Die Erwartung.--Die Komik als Groesse und Kleinheit _Desselben_. V. Kapitel. _Objektive Komik_. _Ergaenzungen_. Das komische "Leihen".--"Selbstgefuehl in statu nascendi". Komik und Lachen. --Komik des "Neuen".--Komische Unterbrechung.--Positive Bedeutung der Neuheit.--"Verblueffung" und "Verstaendnis". VI. Kapitel. _Die subjektive Komik oder der Witz_. Abgrenzung der subjektiven Komik.--Verschiedene Theorien.--Begriffsbestimmung und verschiedene Faelle.--Witzige Handlungen.--Verwandte Theorien.--"Verblueffung und Erleuchtung" beim Witz. VII. Kapitel. _Das Naiv-Komische_. Die Theorien.--Die drei Arten der Komik.--Moeglichkeiten des Naiv-Komischen.--Kombination der drei Arten der Komik.--"Verblueffung und Erleuchtung" beim Naiv-Komischen. III. ABSCHNITT. PSYCHOLOGIE DER KOMIK. VIII. Kapitel. _Das Gefuehl der Komik und seine Voraussetzung_. Komik als "wechselndes" oder "gemischtes" Gefuehl.--Die Grundfarbe des Gefuehls der Komik.--"Psychische Kraft" und ihre Begrenztheit.--Genaueres ueber die "psychische Kraft".--"Aufmerksamkeit". "Psychische Energie".--Die besonderen Bedingungen der Komik. IX. Kapitel. _Das Gefuehl der Komik_. Gesetz des Lustgefuehls.--"Qualitative Uebereinstimmung" als Grund der Lust.--"Quantitative Verhaeltnisse".--Gefuehl der "Groesse".--"Groesse" und Unlust.--Gefuehl des "Heiteren".--Das ueberraschend Grosse.--Das ueberraschend Kleine. Die Komik. X. Kapitel. _Das Ganze des komischen Affektes_. Umfang und Erneuerung der komischen Vorstellungsbewegung.--Ruecklaeufige Wirkung der psychischen "Stauung".--Hin- und Hergehen der komischen Vorstellungsbewegung.--Das Ende der komischen Vorstellungsbewegung.--Einzigartigkeit des komischen Prozesses. XI. Kapitel. _Lust- und Unlustfaerbung der Komik_. Primaere Momente der Lust- und Unlust.--Qualitative Uebereinstimmung und quantitativer Kontrast.--Ausserkomische Gefuehlsmomente.--Besonderheit der naiven Komik. IV. ABSCHNITT. DIE UNTERARTEN DES KOMISCHEN XII. Kapitel. _Die Unterarten der objektiven und naiven Komik_. Stufen der objektiven Komik.--Situations- und Charakterkomik.--Natuerliche und gewollte Komik.--Possenhafte, burleske, groteske Komik. XIII. Kapitel. _Die Unterarten der subjektiven Komik_. Allgemeines.--Der Wort- oder Begriffswitz.--Die witzige Begriffsbeziehung.--Das witzige Urteil.--Die witzige Urteilsbeziehung.--Der witzige Schluss. V. ABSCHNITT. DER HUMOR. XIV. Kapitel. _Komik und aesthetischer Wert_. Allgemeines ueber "aesthetischen Wert".--Erkenntniswert und aesthetischer Wert.--"Verstaendnis" des Kunstwerkes.--"Kunstwert".--Die Komik als "Spiel".--Arten von Gegenstaenden des Gefuehls ueberhaupt.--Der Wert der Komik kein aesthetischer Wert. XV. Kapitel. _Die Tragik als Gegenstueck des Humors_. Die Tragik als "Spiel".--Tragik und "aesthetische Sympathie".--Volkelts ausseraesthetische Begruendung der Tragik.--Das Specifische des tragischen Genusses.--Weitere aesthetische Wirkungen des Konfliktes.--Aesthetische Bedeutung des Boesen. XVI. Kapitel. _Das Wesen des Humors_. Lazarus' Theorie.--Naivitaet und Humor.--Humor und "psychische Stauung". XVII. Kapitel. _Arten des Humors_. Die Daseinsweisen des Humors.--Humor der Darstellung.--Stufen des Humors.--Unterarten des Humors.--Die humoristische Darstellung und der Witz. XVIII. Kapitel. _Der objektive Humor_. Unentzweiter Humor.--Satirischer Humor.--Ironischer Humor. I. ABSCHNITT. THEORIEN DER KOMIK. Die Psychologie der Komik kann ihre Aufgabe auf doppeltem Wege zu loesen versuchen. Komisch heissen Gegenstaende, Vorgaenge, Aussagen, Handlungen, weil sie ein eigenartiges Gefuehl, naemlich eben das Gefuehl der Komik in uns erwecken. Das Wort "komisch" will, allgemein gesagt, zunaechst nicht wie das Wort "blau" eine Eigenschaft bezeichnen, die an einem Gegenstaende angetroffen wird, sondern die Wirkung angeben, die der Gegenstand auf unser Gemuet ausuebt. Freilich muss dieser Wirkung irgendwelche Beschaffenheit des Gegenstandes zu Grunde liegen. Insofern dies der Fall ist, heisst dann auch die Beschaffenheit selbst oder der Traeger derselben komisch. Darnach scheint der naturgemaesseste Weg zur Bestimmung des Wesens der Komik, dass man erst jene Wirkung feststellt, also das Gefuehl der Komik in seiner Eigentuemlichkeit zu begreifen sucht, um dann zuzusehen, welche Besonderheiten der Gegenstaende diese Wirkung nach psychologischen Gesetzen ergehen koennen, bezw. wie sie dieselbe ergeben koennen. Daran muesste sich natuerlich die Probe auf das Exempel anschliessen, d. h. es muesste festgestellt werden, inwiefern die thatsaechlich gegebenen Arten des Komischen diese Besonderheiten an sich tragen. Andererseits hindert doch nichts, auch in anderer Weise die Untersuchung zu beginnen. Das Gefuehl der Komik ist ein so eigenartiges, dass wir im gegebenen Falle kaum zweifeln koennen, ob wir einen Gegenstand, ein Verhalten, ein Ereignis, eine Gebaerde, Rede, Handlung unter die komischen zu rechnen haben. Darauf beruht die Moeglichkeit, zunaechst von diesen _Gegenstaenden_ auszugehen. Wir fassen dieselben ins Auge, analysieren sie, vergleichen die verschiedenartigen Faelle, variieren die Bedingungen, und gelangen so zu den Momenten, auf denen die Wirkung beruhen muss. Auch hier ist dann eine Probe erforderlich. Wir muessen uns ueberzeugen, ob diese Momente auch nach allgemeinen psychologischen Gesetzen die komische Wirkung hervorbringen koennen, bezw. wiefern sie dazu faehig sind. Darin ist dann die Analyse des Gefuehls der Komik schon eingeschlossen. Diese beiden Wege unterscheiden sich nicht hinsichtlich dessen, was zu leisten ist, sondern lediglich hinsichtlich des Ausgangspunktes. Offenbar hat aber der zweite Weg insofern einen Vorzug, als man dabei von vornherein in den Gegenstaenden der Komik einen sicheren Halt hat. Im Uebrigen wird individuelle Neigung und Befaehigung die Wahl des Wegs bestimmen, oder zum Mindesten darueber entscheiden, ob die eine oder die andere Weise der Untersuchung vorherrscht. I. KAPITEL. THEORIE DES GEFUEHLSWETTSTREITES. HECKERS THEORIE. KOMIK, LUST UND UNLUST. Achten wir auf die Geschichte der Psychologie und Aesthetik des Komischen in unseren Tagen, so sehen wir den ersten jener beiden Wege am entschiedensten eingeschlagen von _Hecker_ in seiner "Physiologie und Psychologie des Lachens und des Komischen", Berlin 1873. Dagegen tritt die andere Weise deutlicher hervor bei _Kraepelin_, dem Verfasser des Aufsatzes "Zur Psychologie der Komik" im zweiten Bande von _Wundts_ <<< END OF SAMPLE... (THE FULL EBOOK HAS 654884 TOTAL CHARACTERS) >>>