>>> YOU ARE VIEWING A 200 LINE SAMPLE OF EBOOK# E05847 <<< TITLE: JAPANISCHER FRUEHLING AUTHOR: HANS BETHGE EBOOK: E05847 (O'Briens Book Cellar) LANGUAGE: GERMAN JAPANISCHER FRUEHLING NACHDICHTUNGEN JAPANISCHER LYRIK HANS BETHGE DIE SEELE JAPANS WOMIT VERGLEICH ICH JAPANS SEELE WOHL AM TREFFENDSTEN? MIT DEM GEHEIMEN DUFT DER KIRSCHENBLUeTE. WENN DIE GOLDNE SONNE DES MORGENS SIEGHAFT AUS DER DAEMMRUNG STEIGT MOTOORI NORINAGA DIE SCHOeNE NUNA-KAWA-HIME SPRICHT ZUM GOTT DER ACHTMALTAUSEND SPEERE AUS ARCHAISCHER ZEIT Wenn erst die Sonne hinterm Berg verschwand, In rabenschwarzer Nacht komm ich heraus, Und du wirst nahen wie die Morgenroete, Mit Laecheln und mit strahlendem Gesicht. Und deine Arme, die so schimmernd weiss Wie Taku-Rinde glaenzen, wirst du zaertlich Auf meinen Busen legen, der dem Schnee An Zartheit gleicht. Und eng verschlungen werden Wir liegen und uns kosen und die Arme Als Kissen unters Haupt uns betten, waehrend Die Schenkel nahe beieinander ruhn. Sprich mir von Liebessehnsucht nicht zu sehr, Du grosser Gott der achtmaltausend Speere! Wenn erst die Sonne hinterm Berg verschwand, Komm ich heraus. DIE WARTENDE KAISERIN IWA NO HIME Bis dass der weisse Reif des Alters sich Auf meine rabenschwarzen Haare legt. Will ich mein ganzes langes Leben durch Nichts weiter tun als warten, warten, warten Auf dich, den meine ganze Seele liebt. LIEBESWERBUNG KAISER YURYAKU Du schoenes, schlankes Maedchen mit dem Korbe, Du schoenes, schlankes Maedchen mit dem Spaten, Das dort am Huegel emsig Kraeuter pflueckt! Sag mir, wo ragt dein Haus, ich bitte dich, Und nenne deinen Namen mir! Im ganzen, Vom Himmel treu geliebten Lande Japan. Bin ich der Herrscher! Und mein Herz wuenschtinnig. Dich als Gemahlin heimzufuehren, Holde! Ich bitte dich, wer bist du,--sag es mir! DER GLUECKLICHE MUNETO Ihr sagt, dass ich ein Wilder sei. Nun gut. Ich bin den Voegeln im Gebuesch befreundet Und kenne alle Baeume. Und die Blumen. Auf bunter Bergflur bluehen nur fuer mich, Und das Geraun des Waldes kuendet mir Geheimnisvoll die Wunder der Natur. Ja, ich bin reich! Dich neid ich nimmermehr, Geschmeidiger Hofmann in dem seidnen Kleide, Denn du hast nichts, was meinem Gluecke gleicht. IN ERWARTUNG PRINZESSIN NUKADA Ich wartete auf dich, von Sehnsucht fast Verzehrt,--da, ein Geraeusch: du nahst! du nahst! Zu frueh gejubelt, sehnsuchtsbanges Herz! Es war der truegerische Wind des Herbstes, Der raschelnd durch den Bambusvorhang fuhr. DAS ELEND DER WELT OKURA Die Welt ist elend, jammervoll Und nimmer wert, dass wir sie lieben. O weh, dass ich kein Vogel bin! Ich wuenschte, dass ich Fluegel haette, Um ihr fuer immer zu entfliehn. EINSAM HITOMARO Trostlos, allein zu schlafen diese Nacht, Die endlos lang ist, wie der lange Schweif Des Goldfasanen, dessen helle Stimme Ich von dem Berg herueberklingen hoere. DIE GELIEBTE IM SEGELBOOT HITOMARO Rings um die Kueste braut der Morgennebel Und huellt in graue Daemmerung Land und Meer. Mit neidischem Sinn verbirgt er meinen Augen Das Segelboot, nach dem mein Herz sich sehnt. Voll unruhvollen Klopfens: denn ich weiss, Dass meine Liebste darin kommen wird. KRIEGSZUG HITOMARO Da tat der Held das Schwert um seinen Leib Und nahm den Bogen in die feste Hand Und schritt dem Heer des Kaisers stolz voran. Und alle Trommeln fingen an zu droehnen Wie Donnergroll, und die Drommeten klangen, Dass man erschrak wie vor des Tigers Schrei. Und hoch wie Feuerzungen flatterten Die Fahnen,--ja, wie Feuer auf dem Felde In Fruehlingsnaechten, von dem Wind entfacht, So lohten flammend sie zum Himmel auf. Und in der Hand der Krieger schwirrten jetzt So fuerchterlich die Bogen, dass man glaubte, Ein grimmer Sturmwind jage mit Gebruell Durch den verschneiten winterlichen Wald; Und so wie wilder Schneefall in der Luft Sich ineinander schuettet,--also schwirrten Die Pfeile durcheinander, dicht an dicht. TRUEBES LIED OZI Die Blueten rieseln nieder. Dichter Nebel Verbirgt den See. Die wilden Gaense rufen Erschreckt am heiligen Teich von Iware. Duestere Traeume schatten um mein Haupt. Mein Herz ist schwer. Wenn uebers Jahr die Gaense Von neuem rufen, hoer ich sie nicht mehr. AN DEN SCHNEE KAISER MOMMU Die Wolken sind von Flocken ganz erfuellt, Der Wald scheint voll von weissen Weidenkaetzchen, Das ganze Firmament ist schimmernd hell, Vom Wind getrieben weht der Schnee am Flusse,-- Wenn ich die weissbedeckten Pflaumenbaeume In meinem Garten sehe, moecht ich glauben, Sie bluehten schon vom Fruehling ganz und gar. DER FUJI-YAMA AKAHITO Zum Himmel schauend, sehe ich den Gipfel Des Fuji-Yama gross und feierlich Ins Ewige schimmern; also ragt er schon Seit jenen Zeiten, da die Erde sich Vom Himmel schied; blick ich zu ihm empor, So ist mir, dass der Glanz der Sonne sich Verdunkelt, und der milde Schein des Mondes Verschwindet ganz; die weissen Wolken aber Tragen Bedenken, ueber seinen Gipfel Dahinzuschweben, und es sinkt der Schnee Mit stiller Ehrfurcht sanft auf ihn hinab. O Fuji-Yama, deine Herrlichkeit Wird man noch preisen in den fernsten Tagen; Bis zu der Dichter spaetesten Geschlechtern Wird deines Ruhmes Glanz nicht untergehn. BETRACHTUNG AKAHITO Wenn stets der Kirschenbaum so wundervoll Wie jetzt auf allen Hoehen bluehen wuerde, <<< END OF SAMPLE... (THE FULL EBOOK HAS 46003 TOTAL CHARACTERS) >>>