>>> YOU ARE VIEWING A 200 LINE SAMPLE OF EBOOK# E05737 <<< TITLE: HAMLET, PRINZ VON DAENNEMARK AUTHOR: WILLIAM SHAKESPEARE EBOOK: E05737 (O'Briens Book Cellar) LANGUAGE: GERMAN Hamlet, Prinz von Daennemark. William Shakespeare Uebersetzt von Christoph Martin Wieland Ein Trauerspiel. Personen. Claudius, Koenig in Daennemark. Fortinbras, Prinz von Norwegen. Hamlet, Sohn des vorigen, und Neffe des gegenwaertigen Koenigs. Polonius, Ober-Kaemmerer. Horatio, Freund von Hamlet. Laertes, Sohn des Polonius. Voltimand, Cornelius, Rosenkranz und Gueldenstern, Hofleute. Ossrich, ein Hofnarr. Marcellus, ein Officier. Bernardo und Francisco, zween Soldaten. Reinoldo, ein Bedienter des Polonius. Der Geist von Hamlets Vater. Gertrude, Koenigin von Daennemark, und Hamlets Mutter. Ophelia, Tochter des Polonius, von Hamlet geliebt. Verschiedene Damen, welche der Koenigin aufwarten. Comoedianten, Todtengraeber, Schiffleute, Boten, und andre stumme Personen. Der Schau-Plaz ist Elsinoor. Die Geschichte ist aus der Daenischen Historie des Saxo Grammaticus genommen. Erster Aufzug. Erste Scene. (Eine Terrasse vor dem Palast.) (Bernardo und Francisco, zween Schildwachen, treten auf.) Bernardo. Wer da? Francisco. Nein, gebt Antwort: Halt, und sagt wer ihr seyd. Bernardo. Lang lebe der Koenig! Francisco. Seyd ihr Bernardo? Bernardo. Er selbst. Francisco. Ihr kommt recht puenktlich auf eure Stunde. Bernardo. Es hat eben zwoelfe geschlagen; geh du zu Bette, Francisco. Francisco. Ich danke euch recht sehr, dass ihr mich so zeitig abloeset: Es ist bitterlich kalt, und mir ist gar nicht wohl. Bernardo. Habt ihr eine ruhige Wache gehabt? Francisco. Es hat sich keine Maus geruehrt. Bernardo. Wohl; gute Nacht. Wenn ihr den Horatio und Marcellus antreffet, welche die Wache mit mir bezogen haben, so saget ihnen, dass sie sich nicht saeumen sollen. (Horatio und Marcellus treten auf.) Francisco. Mich daeucht, ich hoere sie. halt! he! Wer da? Horatio. Freunde von diesem Lande. Marcellus. Und Vasallen des Koenigs der Daehnen. Francisco. Ich wuensche euch eine gute Nacht. Marcellus. Ich euch desgleichen, wakerer Kriegs-Mann; wer hat euch abgeloesst? Francisco. Bernardo hat meinen Plaz; gute Nacht. (Er geht ab.) Marcellus. Holla, Bernardo!-- Bernardo. He, wie, ist das Horatio? Horatio. (Indem er ihm die Hand reicht) Ein Stuek von ihm. Bernardo. Willkommen, Horatio; willkommen, wakrer Marcellus. Marcellus. Sagt, hat sich dieses Ding diese Nacht wieder sehen lassen? Bernardo. Ich sah nichts. Marcellus. Horatio sagt, es sey nur eine Einbildung von uns, und will nicht glauben, dass etwas wirkliches an diesem furchtbaren Gesichte sey, das wir zweymal gesehen haben; ich habe ihn desswegen ersucht, diese Nacht mit uns zu wachen, damit er, wenn die Erscheinung wieder koemmt, unsern Augen ihr Recht wiederfahren lasse; und mit dem Gespenste rede, wenn er Lust dazu hat. Horatio. Gut, gut; es wird nicht wiederkommen. Bernardo. Sezt euch ein wenig, wir wollen noch einmal einen Angriff auf eure Ohren wagen, welche so stark gegen unsre Erzaehlung befestigt sind, deren Inhalt wir doch zwo Naechte nach einander mit unsern Augen gesehen haben. Horatio. Gut, wir wollen uns sezen, und hoeren was uns Bernardo davon sagen wird. Bernardo. In der leztverwichnen Nacht, da jener nemliche Stern, der westwaerts dem Polar-Stern der naechste ist, den nemlichen Theil des Himmels wo er izt steht, erleuchtete, sahen Marcellus und ich--die Gloke hatte eben eins geschlagen-- Marcellus. Stille, brecht ab--Seht, da kommt es wieder. (Der Geist tritt auf.) Bernardo. In der nemlichen Gestalt, dem verstorbnen Koenig aehnlich. Marcellus. Du bist ein Gelehrter, Horatio, rede mit ihm. Bernardo. Sieht es nicht dem Koenige gleich? Betrachte es recht, Horatio. Horatio. Vollkommen gleich; ich schauere vor Schreken und Erstaunung. Marcellus. Red' es an, Horatio. Horatio. Wer bist du, der du dieser naechtlichen Stunde, zugleich mit dieser schoenen Helden-Gestalt, worinn die Majestaet des begrabnen Daehnen- Koenigs einst einhergieng, dich anmassest? Beym Himmel beschwoer' ich dich, rede! Marcellus. Es ist unwillig. Bernardo. Seht! es schreitet hinweg. Horatio. Steh; rede; ich beschwoere dich, rede! (Der Geist geht ab.) Marcellus. Es ist weg, und will nicht antworten. Bernardo. Was sagt ihr nun, Horatio? Ihr zittert und seht bleich aus. Ist das nicht mehr als Einbildung? Was haltet ihr davon? Horatio. So wahr Gott lebt, ich wuerde es nicht glauben, wenn ich dem fuehlbaren Zeugniss meiner eignen Augen nicht glauben muesste. Marcellus. Gleicht es nicht dem Koenige? Horatio. Wie du dir selbst. So war die nemliche Ruestung die er anhatte, als er den ehrsuechtigen Norweger schlug; so faltete er die Augbraunen, als er in grimmigem Zweykampf den Prinzen von Pohlen aufs Eis hinschleuderte. Es ist seltsam-- Marcellus. <<< END OF SAMPLE... (THE FULL EBOOK HAS 224641 TOTAL CHARACTERS) >>>