>>> YOU ARE VIEWING A 200 LINE SAMPLE OF EBOOK# E05733 <<< TITLE: EIN ST. JOHANNIS NACHTS-TRAUM AUTHOR: WILLIAM SHAKESPEARE EBOOK: E05733 (O'Briens Book Cellar) LANGUAGE: GERMAN Ein St. Johannis Nachts-Traum William Shakespeare Uebersetzt von Christoph Martin Wieland Personen: Theseus. Egeus. Lysander. Demetrius. Philostratus. Hippolita. Hermia. Helena. Squenz. Schnok. Zettel. Flaut. Schnauz. Schluker. Vorredner. Loewe. Mondschein. Pyramus. Thisbe. Oberon, Koenig der Feen. Puk. Titania, die Koenigin. Feen. Spinneweb. Senfsaamen. Die Scene ist in Athen, und einem Wald nicht weit davon. Erster Aufzug. Erster Auftritt. (Des Herzogs Pallast in Athen.) (Theseus, Hippolita, Philostratus und Gefolge, treten auf.) Theseus. Nun naehert sich, Hippolita, die Stunde Die unser Buendniss knuepft, mit starken Schritten. Vier frohe Tage bringen einen andern Mond. Doch o! wie langsam, deucht mich, schwindet Nicht diese alte Luna! Sie ermuedet Mein sehnend Herz, gleich einer allzuzaehen Stiefmutter oder Wittwe, die zu lang An eines jungen Mannes Renten zehrt. Hippolita. Schnell werden sich vier Tag' in Naechte tauchen, Vier Naechte schnell die Zeit voruebertraeumen; Dann wird der Mond gleich einem Silberbogen Neu aufgespannt im Himmel, auf die Nacht Die unsre Liebe kroent, herunter winken. Theseus. Geh, Philostrat, und ruffe durch Athen Die Jugend auf zu Lustbarkeiten! wecke Den leichten muntern Geist der Froelichkeit. Die blasse Schwermuth sey zu Leichen-Zuegen, Wozu sie besser taugt, von unserm Fest verbannt! Hippolita, ich buhlte mit dem Schwerdt Um dich, und unterm Lerm der wilden Waffen Gewann ich deine Gunst; doch froher soll Mit Pomp, Triumph und mitternaechtlichen Spielen Der Tag, der uns vermaehlt, begangen werden. (Egeus, Hermia, Lysander und Demetrius treten auf.) Egeus. Glueklich sey Theseus, unser grosser Fuerst. Theseus. Dank, edler Egeus! was bringst du uns Neues? Egeus. Voll Unmuth komm ich, Fuerst, mit Klagen ueber Mein Kind, mit Klagen ueber Hermia--tritt Hervor, Demetrius!--dieser Mann, o Herr, Hat meinen Beyfall, sie zur Eh zunehmen-- Lysander, steh' hervor! Und dieser Mann Hat meines Kindes Herz bezaubert. Ja du, Lysander, du, du gabst ihr Reime, Und wechseltest verstohlne Liebespfaender Mit meinem Kinde. Falsche Buhlerlieder Sangst du beym Mondschein mit verstellter Stimme Vor ihrem Fenster ab, und hast durch Baender Von deinen Haaren, Ringe, Troedelwerke, Durch Naschereyen, Puppen, Blumenstraeusse Den Abdruk ihrer Phantasie gestohlen. Durch Raenke hast du meiner Tochter Herz Entwandt und den Gehorsam, welchen sie Mir schuldig ist, in Widerspenstigkeit Und schnoeden Troz verkehrt. Wofern sie also, Mein koeniglicher Herr, nicht hier Vor Eurer Hoheit sich bequemen will, Dem Mann, den ich erkohr', die Hand zu geben; So sprech ich hier der Buerger von Athen Uraltes Vorrecht, und die Freyheit an, Mit ihr als meinem Eigenthum zu schalten: Und diss wird seyn, sie diesem Edelmanne, Wo nicht, dem Tod zu ueberliefern, wie In einem solchen Fall der Buchstab' des Gesezes Ausdrueklich lautet-- Theseus. Was sagt Hermia Hiezu? bedenke dich, mein schoenes Kind! In deinen Augen soll dein Vater Ein Gott, der Schoepfer deiner Schoenheit, seyn. Mit ihm verglichen, bist du nichts als eine Von ihm in Wachs gebildete Figur, Die er, nachdem es ihm beliebt, erheben Und wieder tilgen kan. Demetrius ist Ein wuerdiger Edelmann. Hermia. Das ist Lysander auch. Theseus. Er ist es an sich selbst, Doch da ihm deines Vaters Stimme mangelt, So ist der andre wuerdiger anzusehen. Hermia. O! dass mein Vater nicht mit meinen Augen sieht. Theseus. Weit besser waer' es, deine Augen saehen Mit deines Vaters Klugheit. Hermia. --Eure Hoheit Vergebe mir. Ich weiss nicht, welche Macht Mir diese Kuehnheit eingehaucht, noch wie Vor so viel Augen, meine Sittsamkeit Sich ueberwinden kan, fuer meine Neigung Das Wort zu nehmen. Aber, meldet mir, Mein Herr, das schlimmste, das mich treffen kan, Wenn ich mich weig're diesen Mann zu nehmen. Theseus. Den Tod zu sterben, oder Lebenslang Die maennliche Gesellschaft abzuschwoeren. Befrage also deine Neigung, Hermia! Bedenke deine Jugend; Ist dein Blut So kuehl, und hast du, wenn du deines Vaters Beschlossner Wahl dich nicht ergeben willst, Auch Muth genug, auf ewig eingeschleyert In eines oeden Klosters truebe Schatten Verschlossen, eine unfruchtbare Schwester Dein Leben hinzuleben; traurige Hymnen Dem kalten Mond entgegenaechzend-- Dreymal begluekt, die, ihres Blutes Meister, Solch' eine keusche Pilgrimschaft bestehen! Doch irdischer glueklich ist die abgepfluekte Rose, Als die am unvermaehlten Stoke welkend In einzelner Gluekseligkeit, von niemand Gesehen, ungenossen, waechsst und blueht und stirbt. Hermia. So will ich wachsen, so verblueh'n und sterben, Mein Koeniglicher Herr, eh meine Freyheit Dem Joch des Manns sich unterwerffen soll, Dess unerwuenschte Herrschaft meine Seele Nicht ueber sich erkennt. Theseus. Nimm dir Bedenkzeit, Und auf den naechsten Neuenmond, den Tag Der durch Hippolita mich glueklich macht, Bereite dich, nach deines Vaters Willen Dich dem Demetrius zu ergeben; oder Durch deinen Tod des Ungehorsams Frefel Zu buessen; oder an Dianens Altar Des Klosterlebens strenge Pflicht zu schwoeren. Demetrius. Erweiche, Schoenste, dich; und du Lysander, Tritt deinen schwachen Anspruch meinem staerkern Rechte Freywillig ab-- Lysander. Du hast, Demetrius, ihres Vaters Liebe, Lass du nur Hermias mir; heurathe ihn! Egeus. Ja, hoenischer Lysander, es ist wahr, Er hat sie, meine Liebe; und was mein ist, Soll meine Lieb' ihm geben; sie ist mein, Und all mein Recht an sie trett' ich Demetrio ab. Lysander. Ich bin so edel als wie er gebohren; <<< END OF SAMPLE... (THE FULL EBOOK HAS 116540 TOTAL CHARACTERS) >>>