>>> YOU ARE VIEWING A 200 LINE SAMPLE OF EBOOK# E00454 <<< TITLE: EGMONT AUTHOR: JOHANN WOLFGANG VON GOETHE EBOOK: E00454 (O'Briens Book Cellar) LANGUAGE: GERMAN Egmont Ein Trauerspiel in Fuenf Aufzuegen Johann Wolfgang von Goethe Personen Margarete von Parma, Tochter Karls des Fuenften, Regentin der Niederlande. Graf Egmont, Prinz von Gaure. Wilhelm von Oranien. Herzog von Alba. Ferdinand, sein natuerlicher Sohn. Machiavell, im Dienst der Regentin. Richard, Egmonts Geheimschreiber. Silva,)-unter Alba dienend. Gomez,)- Klaerchen, Egmonts Geliebte. Ihre Mutter. Brackenburg, ein Buergerssohn. Soest, Kraemer, )-Buerger von Bruessel. Jetter, Schneider,)- Zimmermeister, )- Seifensieder, )- Buyck, Soldat unter Egmont. Ruysum, Invalide und taub. Vansen, ein Schreiber. Volk, Gefolge, Wachen u.s.w. Der Schauplatz ist in Bruessel. ERSTER AUFZUG. Armbrustschiessen. Soldaten und Buerger mit Armbruesten. Jetter, Buerger von Bruessel, Schneider, tritt vor und spannt die Armbrust. Soest, Buerger von Bruessel, Kraemer. Soest. Nun schiesst nur hin, dass es alle wird! Ihr nehmt mir's doch nicht! Drei Ringe schwarz, die habt ihr eure Tage nicht geschossen. Und so waer' ich fuer dies Jahr Meister. Jetter. Meister und Koenig dazu. Wer missgoennt's Euch? Ihr sollt dafuer auch die Zeche doppelt bezahlen; Ihr sollt Eure Geschicklichkeit bezahlen, wie's recht ist. (Buyck, ein Hollaender, Soldat unter Egmont.) Buyck. Jetter, den Schuss handl' ich Euch ab, teile den Gewinst, traktiere die Herren: ich bin so schon lange hier und fuer viele Hoeflichkeit Schuldner. Fehl' ich, so ist's, als wenn Ihr geschossen haettet. Soest. Ich sollte drein reden; denn eigentlich verlier' ich dabei. Doch, Buyck, nur immerhin. Buyck (schiesst). Nun, Pritschmeister, Reverenz!--Eins! Zwei! Drei! Vier! Soest. Vier Ringe? Es sei! Alle. Vivat, Herr Koenig, hoch! und abermal hoch! Buyck. Danke, ihr Herren. Waere Meister zu viel! Danke fuer die Ehre. Jetter. Die habt Ihr Euch selbst zu danken. (Ruysum, ein Frieslaender, Invalide und taub.) Ruysum. Dass ich euch sage! Soest. Wie ist's, Alter? Ruysum. Dass ich euch sage!--Er schiesst wie sein Herr, er schiesst wie Egmont. Buyck. Gegen ihn bin ich nur ein armer Schlucker. Mit der Buechse trifft er erst, wie keiner in der Welt. Nicht etwa wenn er Glueck oder gute Laune hat; nein! wie er anlegt, immer rein schwarz geschossen. Gelernt habe ich von ihm. Das waere auch ein Kerl, der bei ihm diente und nichts von ihm lernte!--Nicht zu vergessen, meine Herren! Ein Koenig naehrt seine Leute; und so, auf des Koenigs Rechnung, Wein her! Jetter. Es ist unter uns ausgemacht, dass jeder-Buyck. Ich bin fremd und Koenig, und achte eure Gesetze und Herkommen nicht. Jetter. Du bist ja aerger als der Spanier; der hat sie uns doch bisher lassen muessen. Ruysum. Was? Soest (laut). Er will uns gastieren; er will nicht haben, dass wir zusammenlegen und der Koenig nur das Doppelte zahlt. Ruysum. Lasst ihn! doch ohne Praejudiz! Das ist auch seines Herrn Art, splendid zu sein und es laufen zu lassen, wo es gedeiht. (Sie bringen Wein.) Alle. Ihro Majestaet Wohl! Hoch! Jetter (zu Buyck). Versteht sich, Eure Majestaet. Buyck. Danke von Herzen, wenn's doch so sein soll. Soest. Wohl! Denn unserer spanischen Majestaet Gesundheit trinkt nicht leicht ein Niederlaender von Herzen. Ruysum. Wer? Soest (laut). Philipps des Zweiten, Koenigs in Spanien. Ruysum. Unser allergnaedigster Koenig und Herr! Gott geb' ihm langes Leben. Soest. Hattet Ihr seinen Herrn Vater, Karl den Fuenften, nicht lieber? Ruysum. Gott troest' ihn! Das war ein Herr! Er hatte die Hand ueber dem ganzen Erdboden, und war euch alles in allem; und wenn er euch begegnete, so gruesst' er euch, wie ein Nachbar den andern; und wenn ihr erschrocken wart, wusst' er mit so guter Manier--Ja, versteht mich--Er ging aus, ritt aus, wie's ihm einkam, gar mit wenig Leuten. Haben wir doch alle geweint, wie er seinem Sohn das Regiment hier abtrat--sagt' ich, versteht mich--der ist schon anders, der ist majestaetischer. Jetter. Er liess sich nicht sehen, da er hier war, als in Prunk und koeniglichem Staate. Er spricht wenig, sagen die Leute. Soest. Es ist kein Herr fuer uns Niederlaender. Unsre Fuersten muessen froh und frei sein wie wir, leben und leben lassen. Wir wollen nicht verachtet noch gedruckt sein, so gutherzige Narren wir auch sind. Jetter. Der Koenig, denk' ich, waere wohl ein gnaediger Herr, wenn er nur bessere Ratgeber haette. Soest. Nein, nein! Er hat kein Gemuet gegen uns Niederlaender, sein Herz ist dem Volke nicht geneigt, er liebt uns nicht; wie koennen wir ihn wieder lieben? Warum ist alle Welt dem Grafen Egmont so hold? Warum truegen wir ihn alle auf den Haenden? Weil man ihm ansieht, dass er uns wohl will; weil ihm die Froehlichkeit, das freie Leben, die gute Meinung aus den Augen sieht; weil er nichts besitzt, das er dem Duerftigen nicht mitteilte, auch dem, der's nicht bedarf. Lasst den Grafen Egmont leben! Buyck, an Euch ist's, die erste Gesundheit zu bringen! Bringt Eures Herrn Gesundheit aus. Buyck. Von ganzer Seele denn: Graf Egmont hoch! Ruysum. ueberwinder bei St. Quintin! Buyck. Dem Helden von Gravelingen! Alle. Hoch! Ruysum. St. Quintin war meine letzte Schlacht. Ich konnte kaum mehr fort, kaum die schwere Buechse mehr schleppen. Hab' ich doch den Franzosen noch eins auf den Pelz gebrennt, und da kriegt' ich zum Abschied noch einen Streifschuss ans rechte Bein. Buyck. Gravelingen! Freunde! da ging's frisch! Den Sieg haben wir allein. Brannten und sengten die welschen Hunde nicht durch ganz Flandern? Aber ich mein', wir trafen sie! Ihre alten handfesten Kerle hielten lange wider, und wir draengten und schossen und hieben, dass sie die Maeuler verzerrten und ihre Linien zuckten. Da ward Egmont das Pferd unter dem Leibe niedergeschossen, und wir stritten lange hinueber herueber, Mann fuer Mann, Pferd gegen Pferd, Haufe mit Haufe, auf dem breiten flachen Sand an der See hin. Auf einmal kam's, wie vom Himmel herunter, von der Muendung des Flusses, bav! bau! immer mit Kanonen in die Franzosen drein. Es waren Englaender, die unter dem Admiral Malin von ungefaehr von Duenkirchen her vorbeifuhren. Zwar viel halfen sie uns nicht; sie konnten nur mit den kleinsten Schiffen herbei, und das nicht nah genug; schossen auch wohl unter uns--Es that doch gut! Es brach die Welschen und hob unsern Mut. Da ging's! Rick! rack! herueber, hinueber! Alles tot geschlagen, alles ins Wasser gesprengt. Und die Kerle ersoffen, wie sie das Wasser schmeckten; und was wir Hollaender waren, gerad hinten drein. Uns, die wir beidlebig sind, ward erst wohl im Wasser, wie den Froeschen; und immer die Feinde im Fluss zusammengehauen, weggeschossen wie die Enten. Was nun noch durchbrach, schlugen euch auf der Flucht die Bauerweiber mit Hacken und Mistgabeln tot. Musste doch die welsche Majestaet gleich das Pfoetchen reichen und Friede machen. Und den Frieden seid ihr uns schuldig, dem grossen Egmont schuldig. Alle. Hoch! dem grossen Egmont hoch! und abermal hoch! und abermal hoch! Jetter. Haette man uns den statt der Margarete von Parma zum Regenten gesetzt! Soest. Nicht so! Wahr bleibt wahr! Ich lasse mir Margareten nicht schelten. Nun ist's an mir. Es lebe unsre gnaed'ge Frau! Alle. Sie lebe! Soest. Wahrlich, treffliche Weiber sind in dem Hause. Die Regentin lebe! Jetter. Klug ist sie, und maessig in allem, was sie thut; hielte sie's <<< END OF SAMPLE... (THE FULL EBOOK HAS 172321 TOTAL CHARACTERS) >>>