>>> YOU ARE VIEWING A 200 LINE SAMPLE OF EBOOK# E00426 <<< TITLE: FAUST: DER TRAGOEDIE ZWEITER TEIL AUTHOR: JOHANN WOLFGANG VON GOETHE EBOOK: E00426 (O'Briens Book Cellar) LANGUAGE: GERMAN Dieses Buch wurde uns freundlicherweise vom "Gutenberg Projekt-DE" zur Verfuegung gestellt. Das Projekt ist unter der Internet-Adresse http://gutenberg.aol.de erreichbar. This book was generously provided by the German Gutenberg Projekt, which can be found at the web address http://gutenberg.aol.de/. This work contains two 7 bit ASCII characters to represent certain special German characters. An alternate 8 bit version of this text which does use the high order ASCII characters is also available in this format. Faust: Der Tragoedie zweiter Teil von Johann Wolfgang von Goethe 1. Anmutige Gegend 2. Hochgewoelbtes enges gotisches Zimmer 3. Vor dem Palaste des Menelas zu Sparta 4. Hochgebirg 5. Offene Gegend 1. Akt--Anmutige Gegend MEPHISTOPHELES: Was ist verwuenscht und stets willkommen? Was ist ersehnt und stets verjagt? Was immerfort in Schutz genommen? Was hart gescholten und verklagt? Wen darfst du nicht herbeiberufen? Wen hoeret jeder gern genannt? Was naht sich deines Thrones Stufen? Was hat sich selbst hinweggebannt? KAISER: Fuer diesmal spare deine Worte! Hier sind die Raetsel nicht am Orte, Das ist die Sache dieser Herrn.-- Da loese du! das hoert' ich gern. Mein alter Narr ging, fuercht' ich, weit ins Weite; Nimm seinen Platz und komm an meine Seite. GEMURMEL DER MENGE: Ein neuer Narr--Zu neuer Pein-- Wo kommt er her?--Wie kam er ein?-- Der alte fiel--Der hat vertan-- Es war ein Fass--Nun ist's ein Span-- KAISER: Und also, ihr Getreuen, Lieben, Willkommen aus der Naeh' und Ferne! Ihr sammelt euch mit guenstigem Sterne, Da droben ist uns Glueck und Heil geschrieben. Doch sagt, warum in diesen Tagen, Wo wir der Sorgen uns entschlagen, Schoenbaerte mummenschaenzlich tragen Und Heitres nur geniessen wollten, Warum wir uns ratschlagend quaelen sollten? Doch weil ihr meint, es ging' nicht anders an, Geschehen ist's, so sei's getan. KANZLER: Die hoechste Tugend, wie ein Heiligenschein, Umgibt des Kaisers Haupt; nur er allein Vermag sie gueltig auszuueben: Gerechtigkeit!--Was alle Menschen lieben, Was alle fordern, wuenschen, schwer entbehren, Es liegt an ihm, dem Volk es zu gewaehren. Doch ach! Was hilft dem Menschengeist Verstand, Dem Herzen Guete, Willigkeit der Hand, Wenn's fieberhaft durchaus im Staate wuetet Und uebel sich in uebeln ueberbruetet? Wer schaut hinab von diesem hohen Raum Ins weite Reich, ihm scheint's ein schwerer Traum, Wo Missgestalt in Missgestalten schaltet, Das Ungesetz gesetzlich ueberwaltet Und eine Welt des Irrtums sich entfaltet. Der raubt sich Herden, der ein Weib, Kelch, Kreuz und Leuchter vom Altare, Beruehmt sich dessen manche Jahre Mit heiler Haut, mit unverletztem Leib. Jetzt draengen Klaeger sich zur Halle, Der Richter prunkt auf hohem Pfuehl, Indessen wogt in grimmigem Schwalle Des Aufruhrs wachsendes Gewuehl. Der darf auf Schand' und Frevel pochen, Der auf Mitschuldigste sich stuetzt, Und: Schuldig! hoerst du ausgesprochen, Wo Unschuld nur sich selber schuetzt. So will sich alle Welt zerstueckeln, Vernichtigen, was sich gebuehrt; Wie soll sich da der Sinn entwickeln, Der einzig uns zum Rechten fuehrt? Zuletzt ein wohlgesinnter Mann Neigt sich dem Schmeichler, dem Bestecher, Ein Richter, der nicht strafen kann, Gesellt sich endlich zum Verbrecher. Ich malte schwarz, doch dichtern Flor Zoeg' ich dem Bilde lieber vor. Entschluesse sind nicht zu vermeiden; Wenn alle schaedigen, alle leiden, Geht selbst die Majestaet zu Raub. HEERMEISTER: Wie tobt's in diesen wilden Tagen! Ein jeder schlaegt und wird erschlagen, Und fuers Kommando bleibt man taub. Der Buerger hinter seinen Mauern, Der Ritter auf dem Felsennest Verschwuren sich, uns auszudauern, Und halten ihre Kraefte fest. Der Mietsoldat wird ungeduldig, Mit Ungestuem verlangt er seinen Lohn, Und waeren wir ihm nichts mehr schuldig, Er liefe ganz und gar davon. Verbiete wer, was alle wollten, Der hat ins Wespennest gestoert; Das Reich, das sie beschuetzen sollten, Es liegt gepluendert und verheert. Man laesst ihr Toben wuetend hausen, Schon ist die halbe Welt vertan; Es sind noch Koenige da draussen, Doch keiner denkt, es ging' ihn irgend an. SCHATZMEISTER: Wer wird auf Bundsgenossen pochen! Subsidien, die man uns versprochen, Wie Roehrenwasser bleiben aus. Auch, Herr, in deinen weiten Staaten An wen ist der Besitz geraten? Wohin man kommt, da haelt ein Neuer Haus, Und unabhaengig will er leben, Zusehen muss man, wie er's treibt; Wir haben so viel Rechte hingegeben, Dass uns auf nichts ein Recht mehr uebrigbleibt. Auch auf Parteien, wie sie heissen, Ist heutzutage kein Verlass; Sie moegen schelten oder preisen, Gleichgueltig wurden Lieb' und Hass. Die Ghibellinen wie die Guelfen Verbergen sich, um auszuruhn; Wer jetzt will seinem Nachbar helfen? Ein jeder hat fuer sich zu tun. Die Goldespforten sind verrammelt, Ein jeder kratzt und scharrt und sammelt, Und unsre Kassen bleiben leer. MARSCHALK: Welch Unheil muss auch ich erfahren! Wir wollen alle Tage sparen Und brauchen alle Tage mehr, Und taeglich waechst mir neue Pein. Den Koechen tut kein Mangel wehe; Wildschweine, Hirsche, Hasen, Rehe, Welschhuehner, Huehner, Gaens' und Enten, Die Deputate, sichre Renten, Sie gehen noch so ziemlich ein. Jedoch am Ende fehlt's an Wein. Wenn sonst im Keller Fass an Fass sich haeufte, Der besten Berg' und Jahreslaeufte, So schluerft unendliches Gesaeufte Der edlen Herrn den letzten Tropfen aus. Der Stadtrat muss sein Lager auch verzapfen, Man greift zu Humpen, greift zu Napfen, Und unterm Tische liegt der Schmaus. Nun soll ich zahlen, alle lohnen; Der Jude wird mich nicht verschonen, Der schafft Antizipationen, Die speisen Jahr um Jahr voraus. Die Schweine kommen nicht zu Fette, Verpfaendet ist der Pfuehl im Bette, Und auf den Tisch kommt vorgegessen Brot. KAISER: Sag, weisst du Narr nicht auch noch eine Not? MEPHISTOPHELES: Ich? Keineswegs. Den Glanz umher zu schauen, Dich und die Deinen!--Mangelte Vertrauen, Wo Majestaet unweigerlich gebeut, Bereite Macht Feindseliges zerstreut? Wo guter Wille, kraeftig durch Verstand, Und Taetigkeit, vielfaeltige, zur Hand? Was koennte da zum Unheil sich vereinen, Zur Finsternis, wo solche Sterne scheinen? GEMURMEL: Das ist ein Schalk--Der's wohl versteht-- Er luegt sich ein--So lang' es geht-- Ich weiss schon--Was dahinter steckt-- Und was denn weiter?--Ein Projekt-- MEPHISTOPHELES: Wo fehlt's nicht irgendwo auf dieser Welt? Dem dies, dem das, hier aber fehlt das Geld. Vom Estrich zwar ist es nicht aufzuraffen; <<< END OF SAMPLE... (THE FULL EBOOK HAS 302127 TOTAL CHARACTERS) >>>